Intervall-Fasten
Intervallfasten

Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass das Intervall-Fasten (16/8) positive Auswirkungen auf das Gewicht einerseits und die Zellgesundheit andererseits hat. Viele beschrieben es auch als die Kur zum Jungbleiben!

Insbesondere das Auslösen der Autophagie, des Selbstreinigungsprozesses der Zellen, ist dabei erklärtes Ziel. Dieser startet ca. nach 12-14 Stunden ohne Nahrungsaufnahme.

Angesichts des Energiemangels startet die Zelle dann einen Aufräumvorgang, den man als Autophagie (Selbstverzehrung) bezeichnet. Defekte Zellstrukturen und angesammelter Zellschrott werden abgebaut und recycelt. Unsere Körperzellen reinigen und verjüngen sich damit selbst. Die Krankheiten Alzheimer und Parkinson zum Beispiel sind davon gekennzeichnet, dass sich immer mehr toxischer Zellschrott in den Nervenzellen des Gehirns und um sie herum ansammelt, was sie letztlich zugrunde richtet. In einer Hungersnot wird dieser molekulare Müll endlich entsorgt (übrigens auch im Schlaf, was ja auch einer kleinen Fastenperiode gleichkommt (2).

Doch Vorsicht auch KH-, fett-, eiweis- oder zuckerhaltige Getränke können das Fasten unterbrechen! Daher nur Wasser oder Tee während der Fastenzeit trinken. Die Autophagie ist das Selbstheilungsprogamm des Körpers. Dadurch werden abgestorbene, entzündete oder sonstige unnötige Zellbestandteile abgebaut, verwertet und dem Körper wieder zugeführt.

Weitere positiven Belgleiterscheinungen:

  • Sirtuine:
    Hauptaufgabe der Sirtuine ist es, dem Organismus zu ermöglichen, selbst unter widrigsten Bedingungen, wie Hitze, Wasser- oder Nahrungsmangel, zu überleben. Sirtuine sind also zellschützende Proteine, sozusagen Korrekturmoleküle, die unsere DNA ausbessern, welche die Erbinformation in jeder Zelle trägt. Man könnte sie daher auch als Reparaturmoleküle bezeichnen. Sie schützen das Erbgut und die Lebensdauer der Zelle. Von diesem lebenswichtigen Mechanismus kann jeder Mensch profitieren, wenn er die Sirtuine aktiviert – und zwar durch Fasten, denn Sirtuine werden erst aktiviert, wenn sich der Körper auf ein Ende der Kalorienversorgung einstellt. Damit die Sirtuine wirken können, muss der Magen leer sein. Erst ab diesem Augenblick nämlich hat das Verdauungsenzym NAD (Koenzym Nicotinamidadenindinukleotid) nichts mehr zu tun. Erst dadurch wird NAD nun quasi zum Unterstützer und Aktivator der Sirtuinmoleküle. Sofort beginnen die Ausbesserungsarbeiten an der Erbsubstanz, die durch ungesunde Ernährung, negative Umwelteinflüsse, psychische Belastungen und Bewegungsmangel permanent geschädigt wird. Sirtuine sind die derzeit am besten untersuchten Enzyme, die für die Verlängerung unserer Lebenszeit verantwortlich sind. Sie sind das Gegenteil von freien Radikalen. Bei ihnen handelt es sich um zellschützende Proteine. Solange sie aktiv bleiben, sind sie in der Lage, den Gesundheitszustand zu erhalten und zu verbessern und die Lebenszeit zu verlängern. Das ist beachtenswert, vielleicht sogar dramatisch (1).
  • Ketone:
    Ketone sind Fettsäuremoleküle, die beim Abbau von Fettreserven entstehen. Bereits nach etwa zwölf Stunden Fasten beginnt dieser Fettabbau: Insbesondere das gefährliche Bauchfett (oder auch viszerales Fett genannt) wird in die Ketone umgewandelt (s. Abb. 1). Von Ketonen weiß man, dass sie die Energieversorgung von Herz, Hirn sowie allen weiteren lebensnotwendigen Organsystemen sicherstellen. Ketone aktivieren die Nervenzellen, das Denkvermögen und lassen aus Hirnstammzellen neue Hirnzellen entstehen. Gleichzeitig haben Ketone einen beruhigenden Effekt auf alle chronischen Entzündungsvorgänge, wie sie bei Autoimmunerkrankungen (Allergien, Hashimoto, Multipler Sklerose, Rheuma) und bei den sogenannten Zivilisationskrankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkt, Übergewicht) zu finden sind. Durch das Fasten reduzieren sich deshalb Schmerzen, Blutdruckwerte sinken, Blutzuckerwerte normalisieren sich und Allergiesymptome lassen nach. Auch senken diese effektiven Energiebringer den negativen LDL-Cholesterinspiegel, tragen somit zur Herzgesundheit bei und lassen Krebszellen im wahrsten Sinne des Wortes verhungern, da diese sich meistens von Zucker ernähren (1).

 

Abb.1: Fettablagerungen im Bauchtraum (Quelle: AOK)

 

Wesentliche Eckpunkte des Intervall-Fastens:

  • Mindesten 16 Stunden keine Nahrungsaufnahme
  • Vor 20 Uhr die letzte Mahlzeit zu sich nehmen
  • Übersäuerung durch Fleisch, Milchprodukte, Kaffee, Alkohol vermeiden
  • Gute Kohlenhydrate wie Obst und Gemüse essen
  • Für ausreichend Bewegung und Dehnungsübungen sorgen
  • Ausreichend Schlaf ca. 7h

Quellen und Links:

(1) Bracht, Petra. Intervallfasten (GU Ratgeber Gesundheit) (German Edition) (S.25). Gräfe und Unzer Verlag. Kindle-Version

(2) https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-02/gesunde-ernaehrung-altern-sport-bas-kast/seite-3

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