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Sa., 05. Jan. 2019:

Der Berg ruft… Wir haben bedecktes Wetter als wir uns am Büro des Tourveranstalters treffen. Ich bin guter Dinge und denke, dass es am Berg auf der Höhe bestimmt aufreisen wird. DIe Guides laden noch die Räder und die Ausrüstung in die Autos und dann geht’s schon los. Ich bin mit 2 anderen und einem Guide in einem Auto. Das ist wiederum Glück. Denn am Weg halten wir des öfteren, damit wir Bilder vom Chimborazo machen können. Es hat wirklich aufgeklart und so haben wir schönste Sicht auf diesen einzigartigen Berg und Vulkan.

Einschub:
Der inaktive Vulkan Chimborazo, auch Tschimborasso, ist mit 6.310 m Höhe über dem Meeresspiegel der höchste Berg in Ecuador. Sein Gipfel ist der vom Erdmittelpunkt am weitesten entfernte Punkt der Erdoberfläche. Der Chimborazo liegt in der Westkordillere der Anden, in der nach ihm benannten Provinz. Der majestätische Gipfel des Chimborazo ragt 2.500 m aus der etwa 3.500 bis 4.000 m hohen ihn umgebenden Hochebene. Sein Durchmesser beträgt an der Basis etwa 20 km. Bei idealen Verhältnissen, meist in den Wintermonaten (Dezember–April), kann der Gipfel von der Küstenstadt Guayaquil aus gesehen werden. Die wichtigsten Städte in seiner Umgebung sind Riobamba (etwa 30 km südöstlich), Ambato (etwa 30 km nordöstlich) und Guaranda (etwa 25 km südwestlich des Berges). Der Chimborazo liegt innerhalb des Naturreservates „Reserva de Produccion Faunistica Chimborazo“, das dazu dient, den Lebensraum für die in den Anden heimischen kameliden Vicuña, Lama und Alpaca zu schützen.

Am Chimborazo auf dem Parkplatz des ersten Basecamps auf 4.800m angekommen, können wir nun einen Weg hinauf zum zweiten Basecamp gehen, das auf ca. 5.000m liegt. Ich gehe aufgrund der Erfahrung vom Cotopaxi sehr langsam los und geniesse dabei die Aussicht. Ich frage mich wirklich, weshalb ich diese Probleme beim Atmen habe? Entweder ist es wirklich die Erkältung, oder…was Anderes fällt mir nicht dazu ein. Fit bin ich eigentlich!? Na ja, ich gehe gemütlich die 200 Höhenmeter zum “Whymper” Basecamp hinauf und geniesse die Umgebung, die Farben und Formen der Natur. Einer unserer Gruppe hat wohl etwas zu flott angefangen und muss dem nun etwas Tribut zollen. Es sind absolut traumhafte Bedingungen, kaum Wind und nicht kalt für diese Höhe.

Oben angekommen sind wir auf derselben Höhe wie die Wolken. Wann kann ich das schon mal sagen? Im Basecamp lerne ich ein Gruppe deutscher Reisender kennen…und woher…Stuttgart :-)). Die Welt ist eine Erbse! Wir unterhalten uns ein wenig bei Kaffee und einer Empanada. Dann geht’s gemütlich wieder zurück. Denn es wartet ja der 2 Teil des Ausflugs noch auf uns, das Abfahren mit dem Mountainbike.

Die Abfahrt ist 2-geteilt. Zuerst geht es ein kleiners, 8 km langes, Stück direkt ab dem 1. Basecamp den Berg hinuter. Jedoch auf der Zufahrtsstrasse. Da in Südamerika allgemein solche Gebiete Nationalparks sind, hat abseits der Strasse keiner was zu suchen. Außer die, die schon lange vor uns da waren, die Tiere.

Die Abfahrt macht Laune, ist jedoch noch anspruchsvoller, als jene am Cotopaxi. Die Strassen hier sind noch welliger und ausgewaschener und mein Bike hat wohl den letzten großen Service auch länger nicht mehr gesehen. Egal, don’t be gentle, it’s a rental :-)). Der Kollege, der vorher am Berg schon etwas Federn lassen musste, legt sich nun auch noch voll auf die Nase bzw. das Kinn. Unten am Parkplatz zeigt sich dann die ganze Misere. Kinn und Knie sind deutlich gezeichnet. Mit ein wenig verarzten geht es dann auch schon wieder. Wobei die Guides keine Anstalten machten, dabei zu helfen. Das wird dem “Verletzten” selbst überlassen. Das gibt wohl wieder eine miese Internetbewertung für den Tourenanbieter!

Nach einer kurzen Fahrt mit den Fahrzeugen geht es dann zum zweiten Teil der Abfahrt. Jetzt ist die Natur schon viel grüner, Weideland, Wälder und Bäche fügen sich in die Täler, durch die wir jetzt fahren. Es ist absolut top, hier zu fahren. Schöne, einsame Strassen mit feinen, teilweise engen, Kurven und Geraden schlängeln sich durch die Landschaft und ich wünsche mir so manches Mal meine Ducati daher. Mann, würde das jetzt Laune machen, einfach mal am Kabel ziehen und hier entlang knallen. Dann denke ich zugleich, genau deshalb ist es so schön hier…weil es leise und die Natur noch sehr ursprünglich ist. Also meine liebe Duc. Wir fahren dann wohl woanders wieder gemeinsam :-)).

Am Weg machen wir noch ein kleines Mittagessen und rollen dann den letzten Rest bis zum Sammelpunkt gemütlich dahin. Das war in allem eine klasse Tour, die viel einschließt. Schon die Fahrt bis zum Chimborazo ist toll, dann etwas Wandern und Mountainbiken und überall Natur satt. Ein toller Tag und ich sehe schon mein 300gr. Steak und ein kühles Bier von heute Abend vor mir! Life is what you make it!