Natur pur

Sa., 08. Dez. 2018:

Da die Sprachschule fast jeden Tag eine Aktivität durchführt, steht heute ein Ausflug zu knapp 600m hohen Wasserfällen mit mehreren Kaskaden auf dem Programm – der Cascada la Chorrera. Treffpunkt ist um 8:30 Uhr und da jede Nation so seine Definition von der Uhrzeit hat, geht’s gechillt gegen 9 Uhr dann los. Wir fahren Richtung Osten über die Gebirgskette, die Bogota auf der Ostseite einschließt. Es geht bis auf knapp 3.400m Meter nach oben und wir machen bei einem der Wahrzeichen von Bogota, dem Guadalupe, Halt. Überraschenderweise eigentlich, oder ich hab’s bei der Erklärung schlicht und ergreifend nicht verstanden…

Einschub #1: Guadalupe Hill ist ein 3.317 Meter hoher Hügel in den östlichen Hügeln, bergauf vom Zentrum von Bogotá, Kolumbien. Zusammen mit seinem benachbarten Hügel Monserrate ist es eines der Wahrzeichen von Bogotá. Auf der Spitze des Hügels wurde eine Einsiedelei und eine 15 Meter hohe Statue errichtet.

Im Anschluss geht’s weiter Richtung La Chorrera. WIr fahren ca. 1h durch eine Region, die teilweise der Gegend um den Albtrauf ähnelt. Alles sehr fein, da es so ein völliger Gegensatz zu Bogota und seiner Luft ist. U.a. kommen wir auch durch typische Landschaften Kolumbiens, den Páramo.

Einschub #2: Der Páramo ist eine Vegetationsform der Tropen in den Höhenlagen der Gebirge, typisch für die südamerikanischen Anden. Er kommt oberhalb der Waldgrenze zwischen ca. 3.200 und 4.800 m Höhe in feuchtem Klima vor.

Gegen 11 Uhr sind wir dann da. Den Rucksack auf den Rücken und los geht’s. Ich habe mit meinem Mehrtages-Rucksack die Schmunzler auf meiner Seite. Ich habe nunmal meine große Kamera eingepackt. Das ist zugleich für meine weitere Reise ein guter Test. Wie komme ich mit dem ganzen Gepäck und seinem Gewicht zurecht, wenn ich mal das Zeug länger herumtragen darf?

Der Weg zum Wasserfall geht sogleich RICHTIG steil bergauf. Ich bin ja wirklich geübt in den Bergen und fit bin ich auch, dachte ich bis dahin. Und trotzdem schlauchen mich gleich die ersten Meter. Ich denke, dass es die Höhe ist. WIe auch immer, der Weg durch den ursprünglichen, dschungelartigen Wald ist anstrengend und zugleich beeindruckend. Eine tolle, sich überlassene Vegetation und ein kühles Klima machen den Trek zum Wasserfall angenehm. An ca. 7 Stationen erklären Parkmitarbeiter Details zur Fauna und Flora und deren Entwicklung über die Jahrhunderte.

Dann haben wir es auch geschafft. Der Weg war recht anspruchsvoll, steil, ausgetreten und nass. Es ist ein schöner Anblick, wir sind alleine vor Ort und der Sprühnebel macht die Luft feucht und kühl zugleich. Das hat sich wirklich gelohnt. So ein schöner Gegensatz zum Leben in der 8 Mio. Stadt Bogota.

Am Rückweg gibt es noch ein gemeinsames Mittagessen mit Mojito und dann geht’s auch vollends nach Hause. Die Höhe hat alle irgendwie mitgenommen und die Ruhe im Bus attestiert das entsprechend.

Ein toller, erlebnisreicher, bunter Tag geht zu Ende und wird doch stets in Erinnerung bleiben…